Wie Augmented Reality die HR-Welt verändert

Spätestens seit dem Hype um „Pokémon Go“ ist Augmented Reality endlich im Mainstream angekommen. Das Zusammenspiel von physischer und virtueller Realität ist aber mehr als eine Spielerei im Zeitalter der Digitalisierung. Was lange Zeit in die Kategorie Science Fiction gehörte, wird unsere Welt schon bald nachhaltig verändern. Auch für das HR ergeben sich völlig neue Möglichkeiten.

Augmented Reality ist eine Kombination aus realer und computergenerierter Wirklichkeit. Anders als bei der Virtual Reality, die eine komplett neue Welt erschafft, wird bei der Augmented Reality die physische Welt durch Technik erweitert. Es entsteht eine gemischte Realität (Mixed Reality), indem mit Hardware, z. B. einem Smartphone oder einer Datenbrille, eine interaktive Ebene auf unsere reale in Echtzeit abgebildete Welt gelegt wird. Das geschieht beispielsweise in Form von Gegenständen, Texten, Symbolen oder bewegten Bildern.

„The next big thing“: Augmented Reality prägt schon bald unseren Alltag

Augmented Reality im Recruitment

Augmented Reality im Recruitment und HR
Foto: freepik.com

Ganz neu ist die Technologie nicht. Trotzdem kommt Augmented Reality (AR) in unserem Alltag erst vereinzelt zum Einsatz: Schon seit einiger Zeit wird AR bei Live-Übertragungen im Sport angewendet, indem z. B. Laufwege von Fußballern eingeblendet werden. Inzwischen kommen fast täglich neue Anwendungsfelder dazu: Ausstellungen werden heute in gewissen Museen schon über das Smartphone mit visuellen und textlichen Informationen aufgewertet. Die neue Wohnung lässt sich mit virtuellen Möbeln ganz einfach schon vor dem Einzug einrichten und im Auto könnte die Technologie bald Geschwindigkeitsanzeige, Navigationsgerät und Verkehrsmeldungen ersetzen. In naher Zukunft wird AR auch den Unterricht unserer Kinder prägen und Computer und Beamer ersetzen (oder mindestens ergänzen). Dann stampft nämlich der Dinosaurier im Geschichtsunterricht gleich durch das Klassenzimmer. Die Einsatzmöglichkeiten sind schier grenzenlos. Auch für das HR hat die Technologie einige Überraschungen auf Lager.

Chancen und Praxisbeispiele: Wie kann HR profitieren?

Das sich die Arbeitswelt dank Augmented Reality (und Virtual Reality) grundlegend verändern wird, ist nicht mehr nur in Expertenkreisen unbestritten. Arbeitsumgebungen werden simuliert und die Präsenzzeit im Büro verliert an Bedeutung. Schließlich kann immer und vor allem von überall aus gearbeitet werden. Team-Meetings werden künftig an einem gemeinsam ausgesuchten Karibik-Strand abgehalten. Warum eigentlich nicht? Im HR wird derzeit heiß diskutiert, wo die verschiedenen Anwendungsfelder von AR überall liegen könnten. Im Gespräch sind vor allem die folgenden:

  • Employer Branding
  • Berufsorientierung
  • Recruiting und Onboarding
  • Personalauswahl
  • Aus- und Weiterbildung

Augmented Reality wird in Zukunft das Instrument schlechthin sein, um Bewerbern authentische Einblicke in das zukünftige Arbeitsumfeld zu gewähren. Bei der British Army beispielsweise wird die Technologie eingesetzt, um Kandidaten eine „Realistic Job Preview“ zu geben. Auch die Deutsche Bahn bietet Bewerbern schon heute virtuelle Rundgänge durch das DB-Werk an.

Die potenziellen Anwendungsfelder gehen noch viel weiter: An Bewerbermessen kann man mit einer Datenbrille schon bald die künftigen Kollegen kennenlernen. Natürlich erst nachdem man am Messestand spontan einen virtuellen Business-Case durchgespielt hat; Probearbeiten ist hier das Stichwort. AR wird auch im Onboarding zur Anwendung kommen. So könnten neue Mitarbeiter mit der Datenbrille bequem durch virtuelle Büroräumlichkeiten geführt werden – Erklärung der Kaffeemaschine durch einen virtuellen Assistenten inklusive.

Intelligente Datenbrillen sind schon heute in der Lage, menschliche Emotionen zu erfassen. In ein paar Jahren wird diese Technologie soweit ausgereift sein, dass auch komplexe Situationen analysiert und ausgewertet werden können – z. B. im Assessmentcenter beim Recruiting.

Dank Virtual Reality werden Interviews in Zukunft simuliert. Das heißt, sie können orts- und zeitunabhängig geführt werden. Mit der Datenbrille hat man trotzdem das Gefühl einander direkt gegenüberzusitzen. Auch Aus- und Weiterbildungen werden sich grundlegend verändern. Was zum Beispiel bei der Pilotenausbildung schon seit Jahren praktiziert wird, findet sich plötzlich in zahlreichen Berufen wieder. Konkrete Arbeitssituationen können realistisch erlebbar gemacht und somit gezielt trainiert werden.

Mehr als nur ein vorübergehender Hype: Sind Sie bereit?

Zurzeit kristallisieren sich im HR mehrere Anwendungsgebiete heraus, in denen die Augmented und Virtual Reality wahrscheinlich schon bald nicht mehr wegzudenken sind. Erste Gehversuche mit AR – auch von deutschen Unternehmen – werden bereits gemacht und zeigen, dass hinter der Technologie mehr als nur ein vorübergehender Hype steckt. Wer sich schon jetzt auf den disruptiven Trend einstellen möchte, sollte sich von den aktuellen HR Praxisbeispielen inspirieren lassen. Sicher schadet es auch nicht, sich selbst einmal eine Datenbrille aufzusetzen. Oculus Rift, Microsoft Hololens oder Samsung Gear VR sind erste solide Produkte auf dem Markt. Die praktische Anwendung ist zwar aufregend, allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: Die meisten Geräte sind immer noch ziemlich klobig. Das Problem dürfte sich in ein paar Jahren aber erledigt haben. Dann laufen wir nämlich mit intelligenten Datenlinsen durch die Gegend.

 

Philip HunzikerDer Autor

Philip Hunziker
Team Leader Marketing, Coople Switzerland
Freier Texter

 

 

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6. Juni 2017

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