Crowdsourcing

Was ist Crowdsourcing? Eine Definition

Der Begriff Crowdsourcing setzt sich aus den zwei englischen Wörtern „Crowd“ (Menschenmenge) und „Outsourcing“ (Auslagerung) zusammen und bezeichnet eine neue Art der Arbeitsorganisation. Unternehmen lagern bestimmte Aufgaben oder Projekte, die zuvor intern abgewickelt wurden, an eine Gruppe von Internetnutzern aus, damit diese sich aktiv an Arbeits- und Kreativprozessen beteiligen. Dabei werden Ideen, Intelligenz, Interessen, Expertenwissen und Kompetenz der Masse für neue Lösungsmöglichkeiten herangezogen. Dahinter steht die Annahme, dass die Gruppe klüger ist als eine einzelne Person und die Schwarmintelligenz vielfältigere und bessere Lösungen bereitstellt. Die Teilnehmer von Crowdsourcing-Prozessen werden als sogenannte Crowdworker bezeichnet. Das bekannteste Beispiel für ein Crowdsourcing-Projekt ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, für die tausende Autoren aktiv Lexikonartikel verfassen.

Der Journalist Jeff Howe hat den Begriff Crowdsourcing 2006 in seinem Artikel „The rise of crowdsourcing” geprägt und darunter eine interaktive Form der Leistungserbringung verstanden. Während und nach der Finanzkrise 2009 hat sich Crowdsourcing als Möglichkeit der Bearbeitung von Aufgaben immer weiter verbreitet. Menschen, die arbeitslos geworden sind, konnten sich mit kleinen Aufträgen über Wasser halten. Und für Unternehmen war es eine kostengünstige Alternative zu Festangestellten. Inzwischen gibt es zahlreiche Crowdsourcing-Plattformen, die Unternehmen und Crowdworker zusammenbringen. Viele Unternehmen, wie zum Beispiel BMW oder Tchibo, verfügen zudem über eigene Plattformen.

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Verschiedene Einsatzgebiete und Arten von Crowdsourcing

Es gibt verschiedene Formen und Einsatzgebiete von Crowdsourcing, abhängig davon, welche Ziele Unternehmen damit verfolgen, ihre Community oder Crowdworker aktiv in ihre Arbeitsprozesse einzubinden. Ziel ist es in der Regel neue Ideen zu finden, Innovation zu gestalten, Projekte schneller umzusetzen und sich schließlich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Hierbei wird Crowdsourcing auf unterschiedliche Weise für konkrete Zwecke genutzt:

  • zur Arbeitsteilung (Mikrojobs)
  • als Open Innovation und Co-Creation
  • zum Sammeln von Wissen
  • zur Finanzierung (Crowdfunding)
  • zur Problemlösung
  • als Prognose
  • zur Optimierung
  • als Crowd Rating

Unternehmen können mit Crowdsourcing einzelne Aufgaben an die Community auslagern und so mittels Arbeitsteilung Kosten und Mehraufwand einsparen. Dabei handelt es sich in der Regel um einfache Aufgaben, die nicht automatisiert erledigt werden können und ein klar definiertes Ergebnis haben. Sie können zunächst in kleinere Teilaufgaben zerlegt und später, wenn es um die Lösung der Gesamtaufgabe geht, wieder zusammengefügt werden können. Aufgrund des Umfangs wird diese Art des Crowdsourcings auch als „Microworking“ und die Aufgaben als „Mikrojobs“ bezeichnet. Dabei handelt es sich beispielsweise um Übersetzungen sowie das Verfassen, Editieren oder Redigieren von Texten.

Im Rahmen des Innovationsmanagements kann Crowdsourcing auch aktiv in den Innovationsprozess eingebunden sein, um eigenes Innovationspotenzial zu vergrößern. Im Sinne von Open Innovation öffnen sich Unternehmen nach außen und nutzen Kreativität und externes Wissen der Masse zum Aufspüren innovativer Ideen. Crowdsourcing ermöglicht das gemeinsame Gestalten und Schaffen eines kreativen Werks, weshalb hier auch von Co-Creation die Rede ist.

Als Möglichkeit bestehendes Wissen von Internetnutzern zu sammeln und für alle zugänglich zu machen, bietet Crowdsourcing nicht nur Unternehmen einen Mehrwert. Bestes Beispiele hierfür sind Wikipedia und OpenStreetMap.

Wenn Unternehmen Crowdsourcing zur Finanzierung von Projekten nutzen, spricht man von Crowdfunding, Schwarmfinanzierung oder Gruppenfinanzierung. Die finanzielle Unterstützung von Internetnutzern und Community macht es erst möglich, dass ein Projekt überhaupt umgesetzt wird. Beim Crowdfunding erhält die Crowd entweder keine Gegenleistung (Donation based Crowdfunding), eine nicht-finanzielle Gegenleistung (Reward based Crowdfunding), einen vorab definierten Zinssatz (Lending based Crowdfunding) oder eine Beteiligung am Unternehmen (Equity based Crowdfunding).

Unternehmen können Crowdsourcing dazu nutzen, um bestehende Produkte oder Aktivitäten zu verbessern oder zu verändern (Optimierung). Oder aber sie ziehen die Crowd heran, um mit der Initiierung von Ideenwettbewerben oder offenen Forschungsaufgaben komplexe Probleme zu lösen, sei es eine Design-Challenge oder ein mathematisches Problem. Mittels Crowdsourcing lassen sich ebenfalls Trends und Entwicklungen besser abschätzen und Zukunftsprognosen erstellen.

Eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit ist das sogenannte Crowd Rating. Unternehmen können ihre Community dazu motivieren, Bewertungen und Erfahrungsberichte zu verfassen. Auf diese Weise binden sie ihre Nutzer aktiv an die Marke.

Wie Unternehmen von Crowdsourcing profitieren

Die Vorteile von Crowdsourcing sind vielfältig. Das Einbeziehen der Community erzeugt beispielsweise einen Emergenzeffekt: Mittels Schwarmintelligenz ist es möglich, neue und überraschende Lösungswege zu finden, auf die etwa ein einzelner Mitarbeiter so nicht gekommen wäre. Die vielfältigen Blickwinkel, Kompetenzen und Ideen der Internetnutzer entbinden ein hohes Innovationspotenzial, das in die eigene Innovationskraft des Unternehmens fließen kann und nicht zuletzt auch vor Betriebsblindheit schützt. Positive Effekte ergeben sich ebenso hinsichtlich des Marketings. Unternehmen können mit Crowdsourcing Kunden stärker an ihre Marke binden, indem sie direkt Feedback einholen und dafür sorgen können, dass diese sich aktiv mit dem Produkt auseinandersetzen, etwa im Rahmen von Produkttests oder dem Verfassen von Erfahrungsberichten. Hierzu zählt ebenfalls der Aufbau einer aktiven Community, die sich untereinander austauschen und vernetzen kann.

Finanzielle Einsparpotenziale ergeben sich durch Crowdsourcing hinsichtlich der Personalkosten. Statt eines festangestellten Mitarbeiters, der beispielsweise Routinearbeiten erledigt, können Unternehmen je nach Bedarf für Mikrojobs auf Crowdworker zurückgreifen. Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge entfallen dabei ebenso wie bezahlte Urlaube und Krankheitstage. Zudem stehen Crowdworker praktisch jederzeit und von überall zur Verfügung. Sie sind an keine Bürostandorte oder -zeiten gebunden, wodurch sich ein großes Maß an zeitlicher und räumlicher Flexibilität für Unternehmen ergibt. Aufgaben können so schneller bearbeitet und Projekte abgeschlossen werden.

Was müssen Arbeitgeber bei der Umsetzung beachten?

Damit Crowdsourcing nicht im Chaos endet, gibt es grundlegende Anforderungen für den erfolgreichen Einsatz in Unternehmen. Vor dem Einbeziehen der Community ist mit einer Analyse zu klären, in welchen Unternehmensbereichen sich Crowdsourcing anbietet. Dabei sind die Aufgaben und Ziele möglichst klar zu definieren: Geht es nur darum die Community stärker einzubinden oder Geld zu sparen? Zudem sollte geklärt werden, ob eine eigene Crowdsourcing-Plattform aufgebaut wird oder externe Anbieter für die Zusammenarbeit mit der Crowd in Frage kommen. Dafür ist die richtige Zielgruppe zu berücksichtigen, die zum Unternehmen und seinen Aufträgen passt. Auf vielen externen Plattformen geben die Crowdworker ihre Qualifikationen und Erfahrungen in der Regel an. Ist eine geeignete Crowd gefunden, geht es ins Detail. Die Briefings sollten klar formulierte Aufgabenstellungen und Erwartungen des Unternehmens hinsichtlich Form und Inhalt enthalten. Hierfür ist eine verlässliche Kommunikation das A und O. Unternehmen sollten in der Lage sein, Fragen beantworten und Feedback geben zu können. Ebenso sollten die Zuständigkeiten geklärt sein: Welche Mitarbeiter sind für Briefing, Pflege der Crowdsourcing-Plattform und das Sichten der eingereichten Arbeiten bzw. Lösungen verantwortlich? Zu klären sind vorab des Weiteren die rechtlichen Rahmenbedingungen: Erhält der Crowdworker Rechte an seiner Arbeit? Wie hoch ist die Vergütung? Was passiert im Falle einer Vertragskündigung? In jedem Fall sollten Arbeitgeber respektvoll im Umgang mit den Crowdworkern sein: Transparenz und faire Entlohnung gehören hier ebenso wie Wertschätzung das Einhalten von Absprachen.

Checkliste für die Umsetzung von Crowdsourcing:

  • Analyse
  • klare Aufgaben und Ziele
  • technische Voraussetzungen klären
  • Auswahl der richtigen Zielgruppe (Crowd)
  • klare Kommunikation und Briefings
  • Zuständigkeiten klären
  • Rechtslage klären
  • Wertschätzung und Respekt

14. Dezember 2020

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