Wie agile Führung die Unternehmenswelt verändert und was das für das HR bedeutet


Unternehmen sehen sich global wie national einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt, darunter auch von Seiten der Startups. Diese sind vielfach von Haus aus agiler und könnten somit so manchen Platzhirsch verjagen. Das betrifft auch das Ringen um Talente.

agile führung im personalmanagement

Wäre Agility neudeutsch nicht schon von einer Art Hundetraining besetzt, wäre es wahrscheinlich das B2B-Buzzword schlechthin dieser Tage. Stattdessen spricht man von agilen Methoden und Agile Leadership oder agiler Unternehmensführung. Aber was heißt eigentlich agil oder Agilität? Tatsächlich geht es darum, wendiger zu werden, so wie die Hunde beim Agility-Training auf dem Parcours lernen sollen, wendiger und flinker um und durch Hürden zu laufen, ohne sie umzustoßen.

Viele etablierte Unternehmen sind mit ihren starren Hierarchien viel zu wenig wendig oder manövrierfähig, um neuen Herausforderungen und Anforderungen des Marktes zu begegnen. Und das fängt oft schon beim Ringen um die begehrten Fachkräfte und dem Recruiting an. Startups haben ihnen hier manches voraus, weil sie oft im Team demokratisch gegründet wurden und als solches geleitet werden. Das macht sie für Young Professionals oft wesentlich attraktiver. Man lebt dort quasi das „Du“ und stößt schon daher viel weniger an Hierarchiegrenzen als in alteingesessenen Betrieben.

Delegieren und mit agilem Mindset vorangehen

Agiles HREine Reihe agiler Methoden kommen, so wie Scrum, als schlankes (lean) Vorgehensmodell für das Projekt- oder Produktmanagement aus der Softwareentwicklung. Und tatsächlich kann man von den Entwicklern viel lernen, auch wenn es in den meisten Unternehmen dann doch nicht ganz so demokratisch zugeht. Es darf auch nicht in Anarchie münden. Es wird auch weiterhin Verantwortliche geben, wenn auch mitunter in ganz anderen Rollen. Der Teamleiter wird zum Beispiel zum Scrum Master. Die Geschäftsführung muss auch nicht um ihre Stellung bangen, sollte aber versuchen viel mehr zu delegieren und mit einem neuen Mindset agil voranzugehen. Das muss nicht heißen, dass man wie der Vorstandschef eines namhaften deutschen Unternehmens aus der heiligen Chefetage ins Großraumbüro umzieht. Aber die Möglichkeit, jederzeit durch Zurufen zusammenzuarbeiten, ist Teil der agilen Arbeit heute. Das Topmanagement könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen und ist überhaupt gut beraten, agile Führung so zu verinnerlichen, dass sie sich nach unten hin überträgt.

Hierarchien aufbrechen und das Wir-Gefühl stärken

 Agile Unternehmensführung beginnt damit, Hierarchien aufzubrechen und sich als Geschäftsleute oder CEO selbst ein Stück zurückzunehmen, auch mal die Zügel aus der Hand zu geben und den Mitarbeitenden mehr Eigenverantwortung zu überlassen. Das hat auch etwas mit Vertrauen zu tun. Das Vertrauen, das viele Unternehmen in der Coronakrise erst lernen mussten, als es galt, die ganze oder große Teile der Belegschaft ins Homeoffice zu schicken. Richtig angepackt, liegt der Gewinn agiler Führung nicht nur in mehr Wendigkeit und Flexibilität, sondern auch in einer motivierteren, engagierteren Belegschaft sowie vielen neuen Ideen, die aus ihr und dem neuen Wir-Gefühl hervortreten.

Agile FührungIn einem Beitrag für die Pink University mit fünf Thesen zu Agile Leadership heißt es, dass es bei Diskussion um Agilität immer wieder um Folgendes geht: Schnelligkeit, Flexibilität, Vielfalt und Kreativität sowie darum, zeitgemäß miteinander zu reden und zu arbeiten. Das ist Teil der ersten These, dass Agile Leadership eine Antwort auf die veränderte Wirklichkeit ist. Die zweite These ist, dass Unternehmen von selbstbewussten Mitarbeitern profitieren, die Risiken einschätzen können und auch mal etwas wagen. Die dritte These ist, dass eine agile Führungskraft Mitarbeiter zu ermutigen weiß, eingefahrene Wege zu verlassen und selbst agil zu denken und zu handeln. Die vierte These des Beitrags für die Pink University ist die, dass Teams auf dem Weg zur Agilität dies von der Führungskraft lernen. Die fünfte und letzte These besagt: „Agile Leadership zeichnet sich vor allem durch eine hohe kommunikative Kompetenz aus sowie durch die Fähigkeit, eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu fördern.“

Die 10 wichtigsten Prinzipien agiler Führung

Das berliner team, Unternehmensberatung für Change Management und agile Transformation, hat die für sie wichtigsten Prinzipien agiler Führung zusammengefasst. Diese sind:

  1. Offen für Veränderungen und Neues zu sein
  2. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise einzunehmen sowie den Überblick zu behalten und sich nicht im Detail zu verlieren; dem Team zu vertrauen und Arbeit abgeben zu können
  3. Entscheidungen möglichst ans Team abzugeben und wenn dies nicht möglich, selbst schnell zu entscheiden
  4. Auf Sicht zu führen und bei Aufgaben oder Problemstellungen iterativ beziehungsweise schrittweise vorzugehen, um herauszufinden, ob die eingeschlagene Richtung stimmt;
  5. Eine starke Feedback-Kultur zu etablieren
  6. Mit Fehlern positiv umzugehen und Fehler als Lerngelegenheiten zu begrüßen
  7. Durch Kommunikation und den konstruktiven Austausch eine Teamkultur zu pflegen
  8. Vom alten Hierarchieverständnis abzurücken und mit agiler Servant Leadership nicht Anführer sein zu wollen, sondern das Team zu unterstützen und motivieren.

Last but not least wird dazu geraten, agile Methoden anzuwenden. Um herauszufinden, ob das für das anstehende Projekt sinnvoll ist oder nicht, empfiehlt es die sogenannte Stacey Matrix. Auf der horizontalen X-Achse ist da die Frage nach dem „Wie“, sprich mit welchen Technologien oder Methoden vorgegangen werden kann. Auf der Y-Achse ist da die Frage nach dem „Was“, beziehungsweise die nach den Anforderungen und Kundenbedürfnissen.

Agile Unternehmen denken kundenzentriert

Agiles UnternehmenDas kundenzentrische Denken ist so wie das Change Management ein ganz wichtiger Teil agiler Unternehmen. Und das sollte sich auch im modernen Personalwesen und der HR-Software widerspiegeln. Gerade Young Professionals der Generationen Y und Z wollen nicht länger als bewerbende Person in Erscheinung treten, sondern umworben sein. Sie wollen kein kleines Rädchen im Getriebe sein, sondern Dinge bewegen und mitbestimmen, was den Kreis zu agiler Führung schließt. Sie sind die Kundschaft, auf die Unternehmen angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels einzahlen – heute und in Zukunft.

Und so wie im Online-Handel sind kaufende Personen nun mal an Self-Services gewöhnt. Das ist ein ganz wichtiges Thema bei moderner HR-Software ein ganz zentraler Bereich. Die Customer Journey via Self-Services fängt für Mitarbeiter schon beim Recruiting an und setzt sich dann bei der persönlichen Arbeitszeiterfassung und etwa beim Einstellen von Anträgen für Weiterbildung und Urlaub fort. Das ist auch schon ein Stück Agilität und macht die HR wesentlich effizienter.

 

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3. März 2021

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