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Remote-Work und Hochsensibilität: Kann das funktionieren?

16.02.2022
Hochsensibilität und Remote Work
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Remote-Work und Hochsensibilität: Kann das funktionieren?

16.02.2022

Ein gutes Feingefühl für schlechte Stimmungen und aufkeimende Konflikte, ein enormes Streben nach Perfektionismus, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn – hochsensible Menschen am Arbeitsplatz fallen durch ihre besonderen Eigenschaften auf. Die Forschung zur Hochsensibilität steckt noch in den Kinderschuhen. Und doch gehen die Wissenschaftler davon aus, dass rund 15 bis 20 Prozent aller Menschen hochsensibel sind. Für Arbeitgeber, Führungskräfte und Kollegen ergeben sich daraus besondere Anforderungen. Und auch im Hinblick auf den Umgang mit Remote-Work bedürfen Hochsensible besonderer Regeln, um mit der Situation gut umgehen zu können.

Hochsensibilität – was ist das?

Hochsensibilität ist nicht etwa eine Krankheit, vielmehr wie eine Gabe oder Charaktereigenschaft. Ob sie angeboren ist oder auch später erworben werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Obwohl sie für die Betroffenen häufig eine enorme Belastung darstellt, kann sie auch viele positive Eigenschaften hervorrufen. Typische Eigenschaften hochsensibler Menschen sind:

  • Sie empfinden Reize stärker als andere.
  • Sie sind häufig überdurchschnittlich intelligent.
  • Sie nehmen Feinheiten detaillierter und mit hoher Schnelligkeit und Präzision wahr.
  • Sie können Reize nicht gefiltert wahrnehmen – sie strömen ungefiltert auf sie ein.
  • Sie verfügen über eine sehr ausgeprägte Intuition und einen hohen Gerechtigkeitssinn.
  • Sie haben einen Sinn für Details und legen großen Wert auf Qualität.
  • Im Beruf werden sie oft als sehr gewissenhaft wahrgenommen.
  • Sie wirken sich oft positiv auf das Arbeitsklima aus und tragen zur Harmonie bei.

Hochsensible leiden schnell an Überreizung, wenn sie mit vielen Reizen konfrontiert werden – Lärm, viele Menschen oder wechselnde Lichtverhältnisse. Sie ziehen sich dann zurück und suchen die Ruhe und Abgeschiedenheit. Im privaten Rahmen werden sie häufig als unhöflich oder ungesellig angesehen, da sie sich bei Reizüberflutung etwa von Veranstaltungen entfernen. Dies trifft jedoch nicht zu, es handelt sich vielmehr um eine Flucht vor der Überforderung.

Unser Hörtipp: Die wichtigsten Aspekte zu dem Hochsensibilität im Beruf erklärt Ihnen im aktuellen Podcast rexxperts – Der HR Talk Christian Schneider, Business Coach aus Hamburg, der sich seit 10 Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt:

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Hochsensible im Berufsleben

Hochsensible und Remote-WorkViele Hochsensible wissen zwar bereits früh, dass sie anders sind als andere Menschen, können dies aber nicht einordnen. Doch sie erkennen ihre Begabungen und wählen häufig Berufe, in denen sie diese einbringen können. Etwa in der Erwachsenenbildung, im Gesundheits- oder sozialen Sektor. Gerade diese Berufe bieten jedoch oft nicht die idealen Bedingungen am Arbeitsplatz, die Hochsensible benötigen, um ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Die optimale Arbeitsumgebung sollte diese Anforderungen erfüllen:

  • reizarm, ohne zu viel Lärm, Durchgangsverkehr oder schlechtes Licht (ggf. Abhilfe schaffen durch Kopfhörer)
  • besser kleine oder sogar Einzelbüros statt Großraumbüros
  • eigenständige Bestimmung über den Ablauf des Arbeitstags
  • ermutigendes, konstruktives Feedback zu den Arbeitsergebnissen
  • Förderung der individuellen Fähigkeiten
  • harmonisches Betriebsklima
  • Möglichkeiten des Rückzugs
  • Abwechslung zwischen aufregenden und ruhigen Arbeitsphasen
  • keine übertriebene Kontrolle der Arbeitsergebnisse
  • respektvoller Umgang seitens Kollegen und Führungskraft
  • gerechte Behandlung des Mitarbeiters selbst ebenso wie seiner Kollegen

Hochsensible im Homeoffice: Chance oder Risiko?

Remote-Work kann für Hochsensible eine einzigartige Chance sein, um ihren Arbeitstag besser an ihre Bedürfnisse anzupassen. Hier können sie ihre Arbeitszeit weitgehend frei einteilen und sich ein reizarmes Umfeld schaffen, in dem sie ihre Talente voll zum Einsatz bringen. So kann das Homeoffice oder ein frei gewählter Arbeitsplatz im Rahmen der Remote-Work sogar die Leistung steigern.

Hochsensible im HomeofficeAber: Hochsensible sind – in wohldosierten Einheiten – sehr soziale Menschen, die den Austausch mit anderen brauchen. Und auch das Team profitiert von dem hohen Einfühlungsvermögen des Kollegen, das sich harmonisierend auswirkt. Zudem benötigen Hochsensible regelmäßiges Feedback von ihrem Vorgesetzten.

Führungskräfte sehen sich hier der Herausforderung gegenüber, das richtige Maß an Integration in das Team und Freiraum zu finden. Für Hochsensible könnte ein hybrides Arbeitsmodell ideal sein, das den persönlichen Kontakt im Büro vor Ort ebenso zulässt wie den Rückzug in die eigenen vier Wände für ruhigere Arbeitsphasen.

Die besten Tipps für gelungene Remote-Work von Hochsensiblen

Damit Hochsensible sich im Homeoffice wohlfühlen, sollten sie diese Tipps beherzigen:

  1. regelmäßige Abwechslung zwischen Arbeits- und Pausenzeiten (besser viele kurze Pausen als eine lange)
  2. gesunde Ernährung
  3. zwischendurch Bewegung
  4. ein ruhiges Umfeld (z. B. mit Naturaufnahmen an der Wand und beruhigenden ätherischen Ölen in der Luft)
  5. Atem- und Entspannungsübungen
  6. kleine Belohnungen für erfolgreich abgeschlossene Projekte

Warum es wichtig ist, Hochsensible speziell zu fördern

Hochsensible Mitarbeitende fördernOb im Homeoffice oder im Büro: Arbeitgeber sollten Hochsensible identifizieren und gezielt fördern, indem sie die passenden Rahmenbedingungen schaffen. Werden ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt, kann dies nicht nur zeitnah zum Fluchtreflex – sprich zur Kündigung – führen, sondern auch die Gesundheit kann leiden.

Eine andauernde Reizüberflutung, der der Betroffene nicht entfliehen kann, führt zu psychischem Stress. Die Nerven können die Fülle an ungefilterten Informationen nicht mehr verarbeiten. Auf kurze Sicht verringert sich die Aufnahmefähigkeit ebenso wie die Leistungsfähigkeit. Der Mitarbeiter ist schneller der Erschöpfung nahe. Dazu können sich auf Dauer körperliche Symptome wie Magenschmerzen, Bluthochdruck, Kreislaufschwankungen oder Verdauungsprobleme gesellen. Im schlimmsten Fall entstehen Ängste, Panikattacken, Depressionen oder andere psychische Erkrankungen.

Hochsensible gehen, um gesellschaftlichen Normen zu genügen, häufig über ihre eigenen Grenzen hinweg. Statt diese zu akzeptieren und sich rechtzeitig eine Auszeit zu nehmen, zwingt ihre Empathie und ihr Einfühlungsvermögen sie dazu, ihre Talente in den Dienst anderer zu stellen. Sie neigen deshalb dazu, leichter Erschöpfungszustände oder sogar einen Burnout zu entwickeln. Ein durchdachtes Gesundheitsförderungskonzept des Arbeitgebers kann hier ebenso vorbeugen wie ein sorgsamer Umgang mit dem hochsensiblen Kollegen.

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