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Wenn Chefs Mitarbeitende manipulieren: Tricks und Mittel gegen Manipulation

25.10.2022
Manipulation am Arbeitsplatz
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Wenn Chefs Mitarbeitende manipulieren: Tricks und Mittel gegen Manipulation

25.10.2022

Manipulation durch Vorgesetzte ist eine fragwürdige Praktik, um Mitarbeitende zu den erwünschten Leistungen anzutreiben und eigene Interessen durchzusetzen. Doch was ist manipulatives Verhalten, warum manipulieren Führungskräfte und wie können sich Mitarbeitende dagegen wehren?

Wie ist Manipulation definiert?

Das Wort Manipulation hat im Alltag einen negativen Beigeschmack. Dies bestärkt auch die Definition, wonach Manipulation als „undurchschaubares und geschicktes Vorgehen“ zu verstehen ist, mit dem sich „eine Person einen Vorteil verschafft“. Wenn dieses Verhalten zum Nachteil anderer erfolgt, ist dies bedenklich. Führungskräfte, die mit ihren manipulativen Handlungen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden gefährden, überschreiten eine moralische Grenze.

Warum manipulieren Vorgesetzte ihre Mitarbeitenden?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Vorgesetzte ihr Personal manipulieren. Sie möchten etwa:

  • die absolute Kontrolle haben
  • Mitarbeitende anspornen
  • deren Leistungsfähigkeit steigern
  • unangenehme Aufgaben abschieben
  • Mitarbeitende einschüchtern
  • Beschäftigte mobben und zur Kündigung bewegen
  • Grenzen austesten und Führungsfähigkeiten prüfen

Einigen Führungskräften geht es darum, ihre Macht zu demonstrieren und ihre eigenen Interessen um jeden Preis durchzusetzen.

Was sind manipulative Tricks?

Vorgesetzte können verschiedene manipulative Tricks nutzen, um ihr Personal zu manipulieren.

1. Mit der Angst spielen

Damit Manipulation funktioniert, braucht es Emotionen. Zwischen einer Führungskraft und einem Mitarbeitendem sind es meist Angstgefühle. Vorgesetzte sind mit manipulativem Verhalten erfolgreich, wenn sie mit der Angst des Mitarbeitenden spielen. Beispiele für Ängste:

  • den Job zu verlieren
  • karrieretechnisch nicht voranzukommen
  • ausgegrenzt zu werden
  • finanzielle Einbußen zu erleiden
  • vor den Arbeitskollegen das Gesicht zu verlieren.

Diese Angstgefühle sind nachvollziehbar.

2. Schuldgefühle ausnutzen

Häufig machen sich Vorgesetzte die Schuldgefühle ihres Personals zunutze. Dabei tun sie einem Mitarbeitenden zunächst einen Gefallen, um später an dessen Schuldgefühl zu appellieren und einen Gefallen einzufordern. Einander zu helfen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Wenn der Hintergedanke aber darin besteht, Arbeiten an einen Mitarbeitenden zu übertragen, die nicht zu seinen Aufgaben gehören und ihn vielleicht sogar überfordern, handelt es sich um manipulatives Verhalten. Vorgesetzte spekulieren darauf, dass der Mitarbeitende solche Bitten nicht abschlägt, weil er sich aufgrund einer früheren Gefälligkeit dazu verpflichtet fühlt, die Aufgabe zu übernehmen.

3. Schwäche vortäuschen

Manipulation kann darauf beruhen, Schwäche vorzutäuschen. Beispiel: Der Chef gibt vor, eine Aufgabe nicht zu beherrschen. Gleichzeitig betont er, dass nur der Mitarbeitende diese Tätigkeit ausführen oder dieses Problem lösen könne. Dies erzeugt beim Mitarbeitenden das Gefühl, wegen seiner besonderen Fähigkeiten gebraucht zu werden, weshalb er die Aufgabe übernehmen wird.

4. Einschüchtern

Einschüchterungen können ebenfalls ein Anzeichen für Manipulationsversuche sein. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Chef kein Lob ausspricht, sondern die Erfolge des Mitarbeitenden stattdessen schlecht redet, den Betroffenen vor Arbeitskollegen abwertet oder sogar eine Kündigung androht. Das Ziel besteht darin, dem Betroffenen noch mehr Leistung abzuverlangen, die dieser aufgrund des angeschlagenen Selbstbewusstseins oder aus Angst auch erbringt.

5. Im Glauben lassen, der Lieblingsmitarbeiter zu sein

So mancher Vorgesetzter lässt seinen Mitarbeitenden im Glauben, sein Lieblingsmitarbeitender, seine persönliche Ansprechperson für schwierige Fragen und sein erster Anwärter für den nächsten Karrieresprung zu sein. Dabei verfolgt er das Ziel, dass der Beschäftigte immer wieder Bestleistungen erbringt, Überstunden übernimmt und unangenehme Aufgaben erledigt, um sich die „privilegierte“ Position zu sichern.

6. Harmoniestreben

Menschen tendieren dazu, Personen zu mögen, denen sie immer wieder einen Gefallen tun, ohne zu merken, dass sie ausgenutzt werden. Die Ursache dafür ist, dass das menschliche Gehirn nach Harmonie strebt. Wenn ein Mitarbeitender dem Chef oftmals helfend zur Seite steht, zieht das Gehirn die Schlussfolgerung, dass der Beschäftigte seinen Vorgesetzten mag.

7. Das kleinere Übel

Menschen klagen meist so lange über ein Problem, bis sie ein noch größeres Problem haben oder jemanden mit größeren Schwierigkeiten treffen. Vor diesem Hintergrund scheint das ursprüngliche Problem das kleinere Übel zu sein. Dies nutzen Führungskräfte oftmals in Gehaltsverhandlungen aus, um den Mitarbeitenden schließlich mit einer viel kleineren Summe als der gewünschten abzuspeisen.

8. In die „Elternrolle“ schlüpfen

Auch Kindheitsmuster können auf eine Manipulation hindeuten. So neigen Vorgesetzte dazu, in die Elternrolle zu schlüpfen und das Personal wie unmündige Kinder zu behandeln. Dieses Verhalten geschieht unbewusst, weil es der Beschäftigte in der Kindheit so gelernt hat.

Unser Hörtipp: Folge 15 des rexxperts Podcasts – Wir sprechen über Ursachen und Folgen destruktiver Führung mit Prof. Dr. Frank Walter, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisation und Personal an der Uni Gießen.

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Was können Mitarbeitende gegen Manipulation unternehmen?

Mitarbeitende haben Möglichkeiten, Manipulation abzuwehren, wenn sie sie erkennen und gezielt dagegen ankämpfen.

1. Informationen hinterfragen

Nicht alles zu glauben und stattdessen Informationen kritisch zu hinterfragen, ist ein sinnvoller Schritt zur Erkenntnis. Vor allem, wenn das Gesagte ungewöhnlich oder unglaubwürdig erscheint, sollte der Mitarbeitende dieser Aussage auf den Grund gehen.

2. Entscheidungen überdenken

Bei Entscheidungen ist es wichtig, sich zu fragen, ob diese wirklich dem eigenen Willen entspringen oder von jemand anderen angeregt werden. Der Mitarbeitende sollte sich die Ratschläge des Vorgesetzten anhören. Eine Entscheidung sollte er jedoch erst treffen, wenn er sich seiner eigenen Wünsche bewusst ist.

3. Widersprechen und selbstbewusst auftreten

Mitarbeitende haben das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wenn sie beispielsweise gute Leistungen erbracht haben, können sie diese auch gegenüber dem Vorgesetzten behaupten, wenn sich dieser abwertend äußert. Mit diesem Verhalten treten Beschäftigte selbstbewusst auf und verschaffen sich Respekt. Im Idealfall bewirkt dies beim Chef ein Umdenken, sodass er in Zukunft weniger auf Tadel und mehr auf Lob setzt.

4. „Nein sagen“ lernen

Mitarbeitende sollten auf ihre Gesundheit und ihr seelisches Wohlbefinden achten. Wenn sie merken, dass sie der Chef ausnützen möchte, sollten sie „nein“ sagen. Dies ist beispielsweise dann angebracht, wenn der Vorgesetzte wieder einmal unliebsame Aufgaben abwälzen möchte.

5. Einseitige Gefallen ablehnen

Bittet der Chef immer wieder um einseitige Gefallen? Dann sollte der Mitarbeitende diese höflich, aber bestimmt ablehnen. Andernfalls läuft er Gefahr, ausgenutzt zu werden und in die Opferrolle zu fallen.

6. Ruhig bleiben

Im Gespräch ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich von den eigenen Vorstellungen nicht abbringen zu lassen. Dies vermittelt Selbstbewusstsein. Auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben, macht es dem Chef schwer, mit der Manipulation durchzukommen.

7. Situation verlassen

Wenn Wut, Verunsicherung und Unsachlichkeit den Ton angeben, kann es sinnvoll sein, die Situation zu verlassen und die Unterhaltung zu vertagen.

Unser Hörtipp: Wenn der Arbeitsplatz zur Hölle wird steckt meist ein Toxiker dahinter, also jemand, der ganze Abteilungen tyrannisiert. Leider geben sich Toxiker in der Regel erst spät als solche zu erkennen. Was dann zu tun ist erklärt Diplom-Psychologin Heidrun Schüler-Lubienetzki.

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