„Human-in-the-Loop” (HITL) bezeichnet das wiederholte Eingreifen von Menschen in maschinelle Systeme, wie beispielsweise in Systeme mit Künstlicher Intelligenz (KI). Das Ziel besteht darin, Entscheidungen und Ergebnisse der KI zu überprüfen, zu validieren oder Fehler zu korrigieren.

Was ist Human-in-the Loop?

Die deutsche Übersetzung des Begriffs “Human-in-the-Loop” ist “Mensch in der Schleife”. Bei diesem Interaktionsmodell entscheidet die KI nicht allein, sondern wird durch menschliche Expertise unterstützt. Grund hierfür ist, dass KI-Systeme nicht autonom arbeiten können, da sie nicht zuverlässig genug sind. Sie benötigen menschliches Feedback. Insbesondere für Firmen, die mit sensiblen Informationen wie vertraulichen Geschäftsinformationen oder persönlichen und finanziellen Daten arbeiten, ist Human-in-the-Loop (HITL) äußerst wichtig. Denn HITL sorgt dafür, dass keine Fehler bei der Datenverarbeitung entstehen.

Wie funktioniert das Human-in-the-Loop Prinzip?

Das HITL-Prinzip basiert auf einer Feedback-Schleife zwischen Mensch und Maschine. Der Prozess folgt üblicherweise einem klaren Muster:

  • Die KI verarbeitet Daten oder trifft eine Entscheidung.
    Dies kann eine Klassifizierung, eine Analyse oder eine Prognose sein.
  • Der Mensch überprüft das Ergebnis und eine Feedback-Schleife entsteht
    Menschen geben wiederholt Feedback. Wird ein Fehler entdeckt, ergänzt der Mensch das nötige Wissen. Dieser Prozess ist wiederkehrend, d. h., Menschen korrigieren das Modell immer wieder.
  • Die KI lernt aus diesen Korrekturen.
    Die menschliche Rückmeldung fließt als Trainingssignal in das Modell ein. So verbessert es sich Schritt für Schritt.
  • Die Schleife wiederholt sich.
    Je mehr Interaktionen stattfinden, desto präziser und zuverlässiger wird das KI-Modell.

Warum ist Human-in-the-Loop wichtig?

Seit dem Durchbruch von Systemen wie ChatGPT im Jahr 2022 haben Unternehmen sowohl große Chancen als auch neue Risiken erkannt. Gerade in sensiblen oder stark regulierten Bereichen dürfen keine Fehlentscheidungen getroffen werden. Dies betrifft etwa die Finanz-, Medizin- und Rechtsbranche, in denen die Einhaltung von Vorschriften und der Datenschutzgrundverordnung höchste Priorität hat. Human in the Loop ist aus mehreren Gründen wichtig:

Fehlervermeidung und Qualitätssicherung

KI kann zwar sehr leistungsfähig sein, macht aber auch viele Fehler. Maschinen können schnell durch Emotionen oder kulturelle Nuancen überfordert werden. Menschen können Ergebnisse einschätzen, Fehler erkennen und korrigieren. Dadurch erhöht sich die Gesamtqualität.

Hinweis:

Mit dem Inkrafttreten des EU AI Act im August 2024 sind Unternehmen stärker dazu verpflichtet, KI nachvollziehbar und sicher zu nutzen. „Human-in-the-Loop” ist ein zentraler Bestandteil, um diese gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, insbesondere bei personenbezogenen Daten.

Verantwortung und Transparenz

Kritische Entscheidungen dürfen nicht ohne menschliche Kontrolle getroffen werden. Human-in-the-Loop schafft eine nachvollziehbare Entscheidungskette, die sowohl technologisch als auch ethisch verantwortungsvoll ist.

Höhere Akzeptanz und Vertrauen

Unternehmen und Anwender akzeptieren KI eher, wenn klar ist, dass ein Mensch eingreifen kann. Dieses Vertrauensmoment ist besonders in den Bereichen HR und Recruiting sowie in weiteren People-Prozessen entscheidend. Gerade bei sensiblen Aufgaben wie der Personalauswahl, der automatisierten Vorauswahl von Bewerbungen oder der Analyse von Qualifikationen dürfen KI-gestützte Systeme nicht unbeaufsichtigt agieren.

„Human-in-the-Loop” stellt sicher, dass Entscheidungen im Bewerbermanagement überprüfbar bleiben, mögliche Verzerrungen erkannt werden und menschliche Erfahrung sowie Kontextwissen weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Dadurch steigen nicht nur die Akzeptanz von KI im Personalwesen, sondern auch die Qualität und Fairness personalbezogener Entscheidungen.

Human-in-the-Loop: Zwei Mitarbeiterinnen nutzen KI- und VR-Technologie am Büroschreibtisch

New Work und moderne Arbeitsformen

In der modernen Arbeitswelt, die von New Work, Homeoffice und hybridem Arbeiten geprägt ist, gewinnen flexible und digitale Prozesse zunehmend an Bedeutung. KI kann dabei helfen, Informationen auszuwerten und Entscheidungen vorzubereiten. „Human-in-the-Loop” stellt sicher, dass trotz räumlicher Distanz und Automatisierung menschliche Kontrolle, Kontextverständnis und Verantwortung erhalten bleiben. So lassen sich neue Arbeitsmodelle effizient umsetzen, ohne dass Transparenz und Vertrauen in Entscheidungen verloren gehen.

Human in the Loop im Recruiting

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Einsatzbereiche in der Praxis

„Human-in-the-Loop” findet in einer Vielzahl von Geschäfts- und Technologiekontexten Anwendung. Dies ist insbesondere der Fall, wenn automatisierte Systeme an ihre Grenzen stoßen oder die Qualität der Ergebnisse für Prozesse von entscheidender Bedeutung ist.

Bewerbermanagement und Recruiting

Im Recruiting unterstützen KI-Systeme beispielsweise dabei, große Mengen an Bewerbungen zu analysieren, etwa wenn sich 200 oder mehr Personen auf eine Stelle bewerben. Die KI liest Lebensläufe aus, erkennt Qualifikationen und schlägt passende Kandidaten vor. „Human-in-the-Loop” stellt sicher, dass die Vorschläge von Recruitern geprüft, angepasst und die finale Entscheidung getroffen wird. So bleibt die Personalauswahl fair, nachvollziehbar und menschlich.

Lebenslauf-Analyse und Dokumentenverarbeitung

KI kann Lebensläufe, Zeugnisse oder Zertifikate automatisch auslesen und relevante Informationen erfassen. Sind Dokumente unvollständig, schlecht formatiert oder mehrdeutig, greift ein Mensch ein. Dadurch wird verhindert, dass wichtige Qualifikationen übersehen oder falsch interpretiert werden.

E-Mail- und Ticketautomatisierung im HR-Alltag

Im Personalwesen erreichen Unternehmen zahlreiche Anfragen. Sie nutzen KI, um eingehende E-Mails zu kategorisieren und zu priorisieren. Bei unklaren oder sensiblen Anliegen prüfen die HR-Mitarbeitenden den Vorgang, korrigieren die Zuordnung, beantworten die Anfrage persönlich und trainieren das System damit kontinuierlich weiter. So bleibt der Service effizient und zugleich menschlich.

Qualitätskontrolle in der industriellen Produktion

In der Fertigung werden Bilder oder Sensordaten analysiert, um Produktfehler frühzeitig zu erkennen. Doch nicht jedes Muster ist eindeutig: Unregelmäßigkeiten, die eine Maschine als Defekt erkennt, können in manchen Fällen unkritisch sein oder umgekehrt. In diesem Kontext kommt die Human-in-the-Loop-Technologie zum Einsatz.

Datensicherheit und Compliance

Vor allem im Umgang mit sensiblen Informationen, wie etwa der Verarbeitung von Mitarbeiterdaten, darf keine Information falsch extrahiert oder fehlinterpretiert werden. „Human-in-the-Loop” sorgt für eine zusätzliche menschliche Kontrollinstanz, die die Daten prüft und sicherstellt, dass alle Verarbeitungsschritte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Gesundheitswesen

In der Medizin kann „Human-in-the-Loop” beispielsweise eingesetzt werden, um Krankheiten zu erkennen oder Behandlungsoptionen vorzuschlagen. Die Überprüfung und Korrektur der KI-Ergebnisse durch Ärzte führt zu besseren Diagnosen und Behandlungsempfehlungen.

Selbstfahrende Fahrzeuge und Bildannotation

Autonome Systeme benötigen riesige Mengen an Trainingsdaten. Erst dann funktionieren sie zuverlässig. Menschen labeln Bilder. Sie korrigieren Klassifizierungen von Verkehrsschildern oder Objekten. Außerdem helfen sie den Systemen, komplexe Verkehrssituationen richtig einzuordnen. Auch hier sorgt „Human-in-the Loop” dafür, dass Modelle kontinuierlich optimiert werden und sicherheitskritische Anwendungen verlässlicher funktionieren.

Human-in-the-Loop: Zwei Mitarbeiterinnen nutzen KI- und VR-Technologie am Büroschreibtisch

Content-Moderation in sozialen Netzwerken

In sozialen Netzwerken kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um unangemessene Inhalte, wie beispielsweise Hasskommentare, zu reduzieren. Welche Inhalte als schädlich eingestuft werden, entscheidet jedoch der Mensch.

Insgesamt ist „Human-in-the-Loop” überall dort relevant, wo Automatisierung auf Realität trifft und wo menschlicher Kontext erforderlich ist, um Entscheidungen zu verfeinern oder abzusichern.

Human-in-the-Loop im Recruiting

„Human-in-the-Loop” ist auch im Recruiting ein zentraler Bestandteil moderner Bewerbermanagement-Systeme. Mit dem AI-Hiring-Modul von Rexx Systems können Unternehmen große Bewerberzahlen automatisch analysieren und vorstrukturieren. Die KI wertet Lebensläufe, Skill-Tags und Qualifikationen automatisch aus, erstellt ein transparentes Scoring und zeigt auf einen Blick, welche Kandidaten am besten zur Stelle passen.

Beispiel: Wenn sich 200 Personen auf eine Stelle beworben haben, wertet das System zunächst alle Profile automatisch aus und filtert sie auf Basis relevanter Kriterien. Am Ende entscheidet ein Recruiter, welche Kandidaten eingeladen werden.


Fehlentscheidungen vermeiden durch Human in the Loop

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Vorteile von Human-in-the-Loop

Das Human-in-the-Loop-Prinzip bietet vielfältige Vorteile, die weit über einfache Fehlerkorrekturen hinausgehen. Es bildet die Grundlage für verantwortungsvolle, transparente und leistungsfähige KI-Systeme, die in realen Unternehmensumgebungen bestehen können.

  1. Höhere Genauigkeit und Datenqualität: „Human-in-the-Loop” stellt sicher, dass unklare oder fehlerhafte Datensätze, nicht ungeprüft ins Modell einfließen, wodurch sich die Genauigkeit und Datenqualität erhöhen. Menschen erkennen feine Unterschiede. Sie erkennen Kontextsignale sowie logische Zusammenhänge. Solche Zusammenhänge sind für eine Maschine nicht offensichtlich. Dadurch verbessert sich die Qualität der Trainingsdaten erheblich und somit auch die Leistungsfähigkeit des Modells.
  2. Risikominimierung und Fehlerreduktion sind entscheidend, denn fehlerhafte Ausgaben einer KI können weitreichende Folgen haben: falsche Zahlungsdaten in Rechnungen, fehlerhafte Identifikationsprozesse, Fehlinterpretationen in medizinischen Unterlagen oder falsche Klassifizierungen von Bewerbern. „Human-in-the-Loop” fungiert hier als Sicherheitsnetz. Durch menschliche Korrekturen werden Fehlentscheidungen erheblich reduziert, wodurch sich nicht nur finanzielle Risiken minimieren, sondern auch rechtliche Folgen verhindern lassen.
  3. Bessere Entscheidungsfindung in komplexen Situationen: KI ist sehr gut darin, Muster zu erkennen, aber weniger gut darin, mehrdeutige Begriffe zu verstehen. Sobald Situationen auftreten, die vom Trainingsmaterial abweichen oder eine Bewertung erfordern, die Erfahrung und Kontextwissen einbezieht, ist der Mensch unverzichtbar. „Human-in-the-Loop” kombiniert die Stärken beider Welten. Automatisierung für schnelle Standardfälle und menschliche Intuition für anspruchsvolle Ausnahmen.
  4. Effiziente Ausnahmebehandlung und smarter Personaleinsatz: Im Gegensatz zu rein manuellen Prozessen erfolgt das menschliche Eingreifen hier nur in Fällen mit geringer KI-Konfidenz. Das steigert die Effizienz und unterstützt flexible Arbeitsmodelle, etwa bei Remote Work oder im Onboarding neuer Mitarbeitender, ohne auf menschliche Kontrolle zu verzichten.. Mitarbeitende werden nicht mit Routinetätigkeiten belastet, sondern agieren dort, wo ihr Fachwissen echten Mehrwert schafft. Gleichzeitig wird verhindert, dass kritische Fälle unbemerkt bleiben.
  5. Kontinuierliche Verbesserung der KI-Modelle: „Human-in-the-Loop” ist ein Lernmotor, denn jede Korrektur, jedes Feedback und jede Entscheidung fließt in die Optimierung der KI ein. Unternehmen profitieren langfristig davon, dass ihre Systeme mit der Zeit präziser, stabiler und widerstandsfähiger werden. Dieser kontinuierliche Verbesserungsprozess macht „Human-in-the-Loop” zu einem zentralen Bestandteil nachhaltiger KI-Entwicklung.
  6. Unterstützung von Compliance-Anforderungen: Mit zunehmender Regulierung, insbesondere durch den europäischen AI Act, müssen Unternehmen sicherstellen, dass KI nachvollziehbar, fair und verantwortungsbewusst eingesetzt wird. „Human-in-the-Loop” schafft dokumentierbare Prüfprozesse und ermöglicht es, Entscheidungen jederzeit nachzuvollziehen. Das erhöht nicht nur die Rechtssicherheit, sondern stärkt auch das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitenden.
  7. Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Kontrolle: „Human-in-the-Loop” ermöglicht es Unternehmen, Automatisierung produktiv einzuführen, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben. Die Methode bildet die Brücke zwischen technologischem Fortschritt und menschlicher Expertise. Gerade in sensiblen Geschäftsbereichen schafft diese Balance Transparenz, Sicherheit und Akzeptanz.

„Human-in-the-Loop” ist ein entscheidender Baustein moderner KI-Systeme. Durch die Kombination aus maschineller Effizienz und menschlicher Expertise entsteht ein Ansatz, der sowohl sicher als auch leistungsfähig ist. Die Bedeutung von „Human-in-the-Loop„ zeigt sich besonders in sensiblen oder komplexen Prozessen, in denen KI allein nicht zuverlässig genug wäre.

Ob in der Dokumentenverarbeitung, im Personalwesen, in der Finanzbranche oder im Bereich Datensicherheit: Das Human-in-the-Loop-Prinzip ermöglicht es Unternehmen, KI verantwortungsvoll und gesetzeskonform einzusetzen. Gleichzeitig steigert es langfristig die Qualität der Modelle langfristig und unterstützt die Anforderungen des EU AI Act. Auch moderne HR-Plattformen. wie die von Rexx Systems setzen auf „Human-in-the-Loop”, um Automatisierung und menschliche Entscheidungen sinnvoll zu kombinieren.

Human in the Loop – Häufige Fragen und Antworten

Wann ist „Human-in-the-Loop” sinnvoll?

„Human-in-the-Loop” ist sinnvoll, wenn KI-Ergebnisse nicht eindeutig sind, sensible Daten verarbeitet werden oder Entscheidungen rechtliche oder menschliche Auswirkungen haben.

Welche Risiken entstehen ohne „Human-in-the-Loop”?

Ohne menschliche Kontrolle können Fehlentscheidungen, Verzerrungen oder falsche Daten unbemerkt bleiben und finanzielle, rechtliche oder reputative Schäden verursachen.

Welche Aufgaben übernimmt der Mensch konkret?

Menschen prüfen KI-Ergebnisse, korrigieren Fehler, bewerten Grenzfälle und geben Feedback, das zur Verbesserung der Modelle genutzt wird.

Wie unterstützt Human in the Loop den EU AI Act?

„Human-in-the-Loop” sorgt für nachvollziehbare Entscheidungen, dokumentierte Prüfprozesse und mehr Transparenz, zentrale Anforderungen des EU AI Act.

Welche Vorteile hat „Human-in-the-Loop„ im HR und Recruiting?

Im HR stellt „Human-in-the-Loop” sicher, dass KI-gestützte Prozesse fair, erklärbar und überprüfbar bleiben, etwa bei Bewerberauswahl oder Qualifikationsanalysen.

Bremst „Human-in-the-Loop” die Automatisierung?

Nein. Menschliches Eingreifen erfolgt gezielt bei unsicheren Fällen. Standardprozesse bleiben automatisiert, während kritische Entscheidungen abgesichert werden.

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