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Recruiting

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Recruiting

Die Zeiten, in denen Arbeitgeber von Bewerbungen nur so überschwemmt wurden, sind inzwischen vorbei. Das gilt vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht selten mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Um geeignete Kandidaten zu finden, können Personaler beim Recruiting inzwischen eine Vielzahl verschiedener Instrumente und Kanäle nutzen.

Definition und Bedeutung: Was versteht man unter Recruiting?

Recruiting ist die englische Bezeichnung für Personalbeschaffung und beschäftigt sich im Rahmen der Personalplanung mit dem Suchen und Finden qualifizierter Kandidaten von zu besetzenden Stellen in einem Unternehmen. Synonyme Begriffe sind Personalgewinnung oder Recruitment. Ziel ist es, den Personalbedarf zu decken und dafür zu sorgen, dass es keine offenen Stellen im Betrieb gibt. Das Recruiting neuer Arbeitnehmender übernimmt die Human-Resources-Abteilung, die sowohl kurzfristig Vakanzen besetzt als auch eine langfristige Personalstrategie entwickelt.

Das Recruiting gewinnt angesichts des demografischen Wandels und des War of Talents immer mehr an Bedeutung. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen haben es in den letzten zwei Jahrzehnten schwerer, gut ausgebildete Fach- und Nachwuchskräfte zu finden. Das gilt insbesondere für die sogenannten MINT-Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Um die Personalbeschaffung noch effizienter zu gestalten, geht auch hier der Trend deutlich in Richtung Digitalisierung. Beim E-Recruiting geht es darum, freie Stellen mithilfe von Online-Software und -Tools möglichst schnell und mit dem optimalen Kandidaten zu besetzen.

Internes und externes Recruiting

Beim Recruiting ist grundsätzlich zwischen interner und externer Personalbeschaffung zu unterscheiden. Für das interne Recruiting greift die Personalabteilung auf bereits bestehende Arbeitnehmende zurück. Das gelingt beispielsweise durch

  • Innerbetriebliche Stellenausschreibungen
  • Mitarbeiterempfehlung durch Kollegen oder Vorgesetzte
  • Weiterentwicklung und Beförderung von Mitarbeitenden
  • Versetzung oder Implacement
  • (möglichst kurzfristige) Mehrarbeit durch die verbliebenen Angestellten
  • Verschiebung der Urlaubszeiten, z.B. bei Projekten mit einer festen Abgabefrist

Das interne Recruiting ist schnell, unkompliziert, effizient und kostengünstig. Der Einarbeitungsaufwand für bestehende Mitarbeitende ist in der Regel deutlich niedriger und die Mitarbeitermotivation höher. Zudem sind sie bereits mit der Unternehmenskultur vertraut und es besteht eine Bindung zum Betrieb. Des Weiteren bietet die interne Personalbeschaffung die Möglichkeit, dass langjährige Angestellte im Unternehmen bleiben und sich dennoch weiterentwickeln oder sogar Karriere machen. Allerdings besteht das Risiko, dass sich andere Angestellte benachteiligt fühlen, was sich wiederum negativ auf das Betriebsklima auswirkt.

In der Regel schaut sich das Personalmanagement zunächst innerhalb des Unternehmens nach geeigneten Kandidaten für zu besetzende Stellen um. Findet sich kein qualifizierter Mitarbeitender, nutzt die HR-Abteilung das externe Recruiting und leitet Maßnahmen ein, um Personal auf dem Bewerber- und Arbeitsmarkt zu finden. Diese Form der Personalbeschaffung ist deutlich zeitaufwendiger und kostenintensiver ist, hat allerdings den Vorteil, dass mit den neuen Angestellten frische Ideen und innovatives Know-how in die Firma gelangen. Es unterteilt sich in aktives und passives Recruiting:

Aktives Recruiting

  • Schalten von Stellenanzeigen online oder in Print-Medien
  • Social Recruiting und Active Sourcing in sozialen Netzwerken
  • Teilnahme an Karrieremessen und Hochschulmarketing
  • Headhunter für die Suche nach spezialisierten Führungskräften

Passives Recruiting

  • Initiativ- und Blindbewerbungen bearbeiten
  • Anzeigen von Jobsuchenden in Jobbörsen
  • Talent Pool aufbauen und pflegen
  • Arbeitgebermarke stärken (Employer Branding)
  • Netzwerkpflege

Was gehört alles zum Recruiting-Prozess?

Wie der Recruiting-Prozess abläuft, ist je nach Unternehmen unterschiedlich und hängt von diversen Faktoren ab, wie etwa der Größe des Unternehmens oder ob eine Recruiting-Software bei der Personalbeschaffung zum Einsatz kommt. Dennoch lässt sich die Vorgehensweise bei der Suche nach geeigneten Kandidaten in mehrere Phasen unterteilten, die für das Recruiting typisch sind:

  1. Analyse der Anforderungen sowie Formulieren, Veröffentlichen und Verbreiten der Stellenbeschreibung
  2. Sichtung der eingegangenen Bewerbungen und erste Vorauswahl
  3. Telefon-/Videointerview, weitere Vorauswahl und ggf. Assessment-Center oder Probearbeiten im Anschluss
  4. Persönliches Bewerbungsgespräch
  5. Absage an ungeeignete Bewerber bzw. Unterbreitung des Jobangebots an den (ausgewählten) Kandidaten
  6. Einstellung und Unterschreiben des Arbeitsvertrages
  7. Onboarding und Eingliederung des neuen Mitarbeitenden ins Unternehmen

Das sind die wichtigsten Recruiting-Instrumente

Bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften stehen der HR-Abteilung eine Vielzahl von Instrumenten und Kanälen zur Verfügung – sowohl online als auch offline:

Jobbörsen

Jobbörsen sind nicht nur ein klassischer, sondern auch einer der wichtigsten Recruiting-Kanäle. Allein in Deutschland gibt es über 1.000 Online-Jobbörsen, auf denen Unternehmen Stellenanzeigen kostenfrei oder gebührenpflichtig schalten und unterschiedliche Zielgruppen erreichen können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in zielgruppenspezifischen Tageszeitungen zu inserieren. Allerdings zeichnet sich ab, dass sich immer weniger Kandidaten über Jobbörsen bewerben. Viele Bewerber schauen sich bei der Jobsuche dagegen direkt auf der Unternehmenswebseite um.

Karriereseiten

Eine entscheidende Rolle spielt die Karriereseite, auf der Unternehmen nicht nur Stellenanzeigen schalten können, sondern einen authentischen Einblick hinter die Kulissen vermitteln können. Wichtig ist, dass alle relevanten Information zum Unternehmen selbst, zu Stellenausschreibungen, Bewerbung, Karrierechancen sowie dem direkten Kontakt mit der HR-Abteilung leicht auffindbar sind. Kurzum, potenziellen Kandidaten soll es so einfach wie möglich gemacht werden, sich direkt auf der Karriereseite beim Unternehmen für eine Stelle zu bewerben.

Social Media Recruiting

Im Rahmen der Personalbeschaffung gewinnen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn oder Xing immer mehr an Bedeutung. Mit Social Media Recruiting können Unternehmen aktiv und gezielt nach potenziellen Kandidaten suchen. Im Unterschied zu Jobbörsen lassen sich auf den Plattformen Postings zu Stellenanzeigen schnell, kostenlos und mit einer hohen Reichweite erstellen. Wichtig ist lediglich, dass das Personalmanagement je nach Zielgruppe und sozialem Netzwerk auf eine angemessene Ansprache achtet. Während in den Karrierenetzwerken Xing oder LinkedIn der Umgang eher förmlich ist, darf es auf Facebook ruhig etwas lockerer sein.

Active Sourcing

In Karrierenetzwerken, aber auch auf Messen oder Karriere-Events können Arbeitgeber mittels Active Sourcing proaktiv, direkt und persönlich Kontakt zu Kandidaten aufnehmen. Entscheidend ist hierbei Interesse zu wecken, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Active Sourcing ist nicht nur eine temporäre Maßnahme bei akut zu besetzenden Stellen, sondern sollte fortwährend stattfinden.

Mobile Recruiting

Das Mobile Recruiting ist vor allem für die jüngere Zielgruppe interessant. Diese informiert sich nicht mehr nur online über Firmen und Jobangebot, sondern bewirbt sich direkt und ortsungebunden mittels Handy, Smartphone oder Tablet auf eine Stellenanzeige. Arbeitgeber können dem Rechnung tragen, indem sie Karriereapps anbieten und die mobile Version ihrer Karriereseite optimieren. Mittels Mobile Tagging können sie zudem QR- und Barcodes auf Anzeigen oder Printplakaten integrieren, die potenzielle Kandidaten mit mobilen Endgeräten auslesen können. Auf diese Weise sind beispielsweise One-Click-Bewerbungen möglich.

Karriere- und Hochschulmessen

Junge Hochschulabsolventen und Young Professionals erreichen Unternehmen aber ebenfalls, indem sie Präsenz an Hochschulen, Universitäten oder auf Karriere- und Hochschulmessen zeigen. Eine weniger zeit- und kostenaufwendige Alternative, die dennoch eine persönliche Ansprache ermöglicht, sind virtuelle Karrieretage oder Recruiting-Events, mit denen Firmen auf sich aufmerksam machen können.

Bewerbermanagement-Software

Ein wichtiges Instrument im Recruiting-Prozess ist eine professionelle Bewerbermanagement-Software, dank der die Personalabteilung schneller und effizienter Stellen besetzen kann. Mittels Automatisierungen lässt sich der Personalbeschaffungsprozess optimieren. Das betrifft etwa das Sichten und Sortieren von Bewerbungsunterlagen, das oft noch händisch erfolgt und viel Zeit in Anspruch nimmt. Mit der Software lässt sich aber ebenfalls ein Stellenmarkt auf der Unternehmenswebseite implementieren, Stellenausschreibungen auf mehreren Online-Kanälen erstellen und schalten oder Online-Bewerbungsformulare bereitstellen.

Neben den genannten Instrumenten und Kanälen lassen sich für die Zukunft eindeutig Trends im Recruiting ausmachen. Deutlich ist hierbei, dass sich der Recruiting-Prozess mehr und mehr digitalisiert und klassische Jobbörsen an Relevanz verlieren. Das sind einige der Recruiting-Trends auf einen Blick:

  • Chatbots können bereits mit potenziellen Kandidaten kommunizieren und diesen dabei unterstützen, geeignete Stellenausschreibungen sowie wichtige Informationen dazu zu beschaffen und zum Bewerbungsprozess weiterzuleiten.
  • Robot Recruiting mittels Matching-Algorithmen und Künstlicher Intelligenz (KI): Auf der Grundlage von persönlichen Daten lässt sich ein Persönlichkeitsprofil erstellen, das mit den Anforderungen einer Stelle abgeglichen wird.
  • Speed-Dating-Interviews eignen sich bei Zeitmangel und bieten Unternehmen und Bewerbern die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit kennenzulernen.
  • One-Click-Bewerbungen bieten Bewerbern die Möglichkeit, einfach auf ihr Profil in einem Karrierenetzwerk zu verlinken und diesen Link an die Personalabteilung zu schicken, die das Profil auswertet und mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle abgleicht.
  • Influencer Recruiting: Angestellte berichten in den sozialen Netzwerken positiv über ihren Arbeitgeber und werden zu Influencern des Unternehmens, mit der Voraussetzung, dass dies auf freiwilliger Basis geschieht.

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