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The Most Wanted: So viele offene Stellen in Deutschland wie noch nie

25.07.2022
Offene Stellen in Deutschland
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The Most Wanted: So viele offene Stellen in Deutschland wie noch nie

25.07.2022

1,74 Millionen offene Stellen in ganz Deutschland – das ist die alarmierende Bilanz einer aktuellen Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg. Das sind über die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr. Doch längst sprechen wir nicht mehr „nur“ von einem Fachkräftemangel – ein allgemeiner Arbeitskräftemangel hat das Land erfasst.

Die nackten Zahlen: mehr offene Stellen, Rückgang der Arbeitslosigkeit

Das IAB erfasste für das erste Quartal 2022 wie schon so oft seit 1989 die Zahl der offenen Stellen in Deutschland. 7600 Arbeitgeber aus sämtlichen Wirtschaftszweigen haben an der Erhebung teilgenommen. Westdeutschland verzeichnet demnach rund 1,4 Millionen und Ostdeutschland etwa 340.000 offene Jobs. Das ist der höchste Wert seit über 30 Jahren und zeigt einmal mehr, wie schwierig die Personalsuche in Deutschland geworden ist.

Gleichzeitig ist nämlich auch die Arbeitslosigkeit stark gesunken. Sie lag im Mai 2022 bei nur 3,02 Millionen Arbeitssuchenden und pendelt sich damit wieder auf dem schon damals geringen Vor-Corona-Niveau ein. Schlechte Zeiten für suchende Arbeitgeber.

The Most Wanted: Welche Berufe werden am stärksten nachgefragt?

Doch wonach suchen deutsche Arbeitgeber eigentlich am stärksten? Mit 69.000 offenen Stellen führt der Bereich Verkehr und Logistik im Juni 2022 die Liste der am häufigsten nachgefragten Berufe an. Wenig überraschend, da hinreichend bekannt, ist der Fachkräftemangel im Metallbau, in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen sowie Mechatronik- und Elektroberufen besonders gravierend. Die Nachfrage steigt hier im Vergleich zum Vorjahr konsequent um 17 bis 23 Prozent – alle drei Bereiche vereinen 158.000 Personalsuchen. Bis hierhin sind die Zahlen noch wenig überraschend, denn diese Entwicklung zeichnet sich bereits seit vielen Jahren ab.

Doch jetzt kommt eine noch vergleichsweise junge Tendenz hinzu. Auch typische Niedriglohnjobs, die häufig recht niederschwellig zugänglich sind, lassen sich nur noch schlecht besetzen:

  • Am stärksten sticht der Bereich Tourismus, Hotel und Gaststätten ins Auge: Zwar steht die Gastronomie mit nur 37.000 offenen Stellen an Platz 10 der am häufigsten nachgefragten Berufe. Allerdings ist hier ein Anstieg zum Vorjahr von 63,5 Prozent zu verzeichnen.
  • An Position 2 finden sich Verkaufsberufe wieder. Angesichts 64.000 offener Stellen – 40,5 Prozent mehr als im Vorjahr – überrascht es nicht weiter, dass sich an nahezu jedem Geschäft ein Anschlag mit der Suche nach Vollzeit-, Teilzeit- und Aushilfskräften findet.
  • Die medizinischen Gesundheitsberufe sind mit 56.000 offenen Stellen auf Platz 3 gelandet – der moderate Anstieg von 19,7 Prozent zum Vorjahr zeigt jedoch, dass einerseits die Impflicht für Gesundheitsberufe ihre Spuren hinterlassen hat und andererseits immer mehr Pfleger ihren Job aufgeben.
  • 44.000 Stapler- oder Busfahrer werden hierzulande gesucht – dabei sind die Anforderungen, abgesehen vom passenden Führerschein bzw. Personenbeförderungsschein, relativ gering.
  • Ebenso suchen deutsche Arbeitgeber 41.000 Erzieher – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Kita-Landschaft soll ausgebaut werden, damit mehr Mütter und Väter arbeiten gehen können – doch es fehlt am geeigneten Personal. Die Realität: Viele Kitas müssen regelmäßig wegen Personalmangels schließen.

Arbeitgeber durch alle Branchen und auf allen Qualifikationsniveaus machen die Erfahrung, dass zu wenig Personal auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Vor zehn Jahren war es mitunter auch schon schwierig: Man erhielt auf eine Ausschreibung Massen an Bewerbungen, aber nur wenige waren es wert, in die engere Auswahl zu kommen. Heute stehen Arbeitgeber jedoch vor dem Problem, dass sie erst gar keine Bewerbungen bekommen – geschweige denn eine Auswahl haben.

Und noch etwas hat sich verändert: Längst erstreckt sich der Arbeitskräftemangel nicht mehr nur auf hochtechnisierte Branchen wie IT oder Maschinenbau, sondern zieht sich durch alle Branchen und alle Qualifikationsniveaus. Von der Reinigungskraft bis zum Handwerker, vom Friseur bis zur Geschäftsführung, der Personalmangel betrifft alle. Einer aktuellen Hays-Studie zufolge sehen acht von zehn Führungskräften den Fachkräftemangel als kritische Herausforderung für die deutsche Wirtschaft.

Arbeitskräftemangel lösen: Wie kann das gehen?

Des Personalmangels sind sich die deutschen Arbeitgeber durchaus bewusst. Die größere Herausforderung ist, das Problem zu lösen, statt sich damit zu arrangieren. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen:

  1. Neue Arbeitsmärkte erschließen: Statt nur den deutschen Arbeitsmarkt zu beachten, können Arbeitgeber auch ausländische Arbeitsmärkte erschließen. Die hohe Verbreitung von Remote-Work ermöglicht es, vom Ausland aus arbeitende Mitarbeiter zu beschäftigen, die etwa in Ländern mit höherer Arbeitslosigkeit leben. Ebenso kann es eine Lösung sein, ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu holen, wie es in der Pflege bereits seit Jahren üblich ist. Oder ältere Mitarbeiter auf dem Schirm zu halten, die auch im Rentenalter noch bereit sind, ihre Arbeitskraft einzubringen.
  2. Ausbau der Ausbildung: Am wirkungsvollsten ist immer noch die eigene Ausbildung im Unternehmen. Allerdings sind auch hier vielen Branchen die Hände gebunden. Fehlt es an Azubi-Bewerbungen, wie es etwa im Handwerk oder Hotel- und Gaststättengewerbe der Fall ist, wird es schwierig. Viele junge Leute streben heute eher nach höheren Schulabschlüssen und wollen studieren.
  3. Weiterbildung: Bieten Sie an, neue Mitarbeiter für eine bestimmte Position zu qualifizieren, um den Zugang auch schlechter qualifizierten Bewerbern zu ermöglichen. Und für bestehendes Personal ist Weiterbildung ebenfalls der Schlüssel zu einer langfristigen Einsetzbarkeit im Unternehmen.
  4. Mitarbeiterbindung: Zufriedene Mitarbeiter bleiben dem Arbeitgeber treu und sprechen zudem mit anderen möglichen Interessenten über die Arbeit für das Unternehmen. Beinahe der wichtigste Faktor ist ein gutes Führungsverhalten der Vorgesetzten. Doch auch flexible Arbeitszeiten, eine faire Entlohnung und ein gesundes, offenes Betriebsklima beeinflussen die Mitarbeiterbindung.

Den einen Weg aus der Personalkrise gibt es nicht. Jedes Unternehmen muss die Lösung finden, die am besten zu ihm passt. Denn die Strategie ist bei der Suche nach Führungskräften sicherlich eine andere als bei Pflegekräften oder im Handwerk. Eines haben jedoch alle Wege gemeinsam: Sie beginnen immer bei der Ursachenforschung. Weiß der Arbeitgeber, was die gesuchten Fachkräfte bewegt und warum sie fehlen, kann er genau diese Fakten oder Gefühle ansprechen und so Bewerber für eine Tätigkeit in seinem Unternehmen begeistern.

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