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Klimaschutz: Kann New Work Energiekrise bewältigen?

06.05.2022
Klimaschutz: Mit New Work Energiekrise bewältigen
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Klimaschutz: Kann New Work Energiekrise bewältigen?

06.05.2022

Benzin- und Dieselpreise jenseits der 2 Euro je Liter, die Kosten für Heizöl, Erdgas und viele andere Heizstoffe im überproportionalen Anstieg – wir befinden uns inmitten einer Energiekrise noch unbekannten Ausmaßes, die viele vor ernste Probleme stellt. Ein Tankrabatt oder das vielbelächelte „9-Euro-Ticket“ scheinen da nur der Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Um der Energiekrise zu begegnen, bleibt Arbeitgebern ebenso wie ihren Mitarbeitern nur eines übrig: Ihr bisheriges Verständnis von Mobilität zu überdenken.

Neues Verständnis: Mobilität früher und heute

Still und leise hat sich die Mobilität in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Früher arbeitete man mehr wohnortbezogen, erlernte einen Beruf, der in der Region gefragt war, und schloss sich zu Fahrgemeinschaften zusammen, wenn im Privatleben etwas los war. Arbeitswege von mehr als 15 Kilometern waren mehr die Ausnahme, denn die Regel.

Heute erlernt man den Beruf, der einen persönlich am meisten erfüllt, und pendelt dann eben eine Stunde hin und zurück, wenn der Wunscharbeitgeber vor der Haustür nicht verfügbar ist. Dem Statistischen Bundesamt zufolge besitzt rein rechnerisch gesehen jeder Haushalt mindestens ein Auto – tatsächlich sind es oft sogar zwei oder mehr. Und das, obwohl uns allen bereits seit Jahren bewusst ist, dass trotz aller umweltfreundlicher Technologie der Schaden an unserer Umwelt verheerend ist.

Die Energiekrise sorgt für eine neue Unbekannte in der Gleichung, die viele zum Nachdenken bringt. Das verstärkte Homeoffice während der COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass es gerade für Angestellte oft nicht erforderlich ist, regelmäßig im Büro zu erscheinen. So mancher Arbeitnehmer hat sein ursprüngliches Büro seit gut zwei Jahren nicht mehr von innen gesehen – und trotzdem läuft alles weiter und die Produktivität ist mitunter sogar gestiegen. Es wird Zeit, das Thema New Work auch von der Warte des Klimaschutzes aus zu betrachten.

New Work und neue Arbeitsformen erfordern neue Betrachtungsweise

Eines scheint sonnenklar: Wo weite Teile der Belegschaft im Homeoffice sind, muss der Kraftstoffverbrauch auf Deutschlands Straßen sinken. Das wirkt sich mitunter auch die Schadstoffbelastung der Luft aus und verringert zudem den CO2-Fußabdruck. Die Arbeitswelt der Zukunft hat neue Arbeitsformen hervorgebracht, ob Homeoffice, Remote-Work, Hybrid-Work, Bleisure-Reisen oder Workation. Sie alle können – je nach Ausgestaltung – denselben Effekt haben: Sie minimieren Dienstreisen und senken die Zahl der Fahrten deutlich. Gerade bei Pendlern, die täglich Strecken von 50 Kilometern und mehr zurücklegen, macht sich dies stark bemerkbar – auch im Geldbeutel. Von der gewonnenen Freizeit einmal ganz abgesehen.

Für die Arbeitgeber ergibt sich daraus aber eine ganz andere Frage: Wenn Arbeitnehmer nur in Ausnahmefällen ins Büro kommen und zu 95 Prozent von zu Hause aus arbeiten – wo befindet sich dann eigentlich ihre erste Tätigkeitsstätte? Angenommen, diese befände sich dann an ihrem Wohnort – wäre eine Fahrt zum Betrieb dann als Dienstreise zu werten?

Klimaschutz: Dienstreisen im CO2-Fußabdruck berücksichtigen

Unternehmen müssen sich über diese Frage tatsächlich nicht nur aus Kosten- und Versicherungsgründen Gedanken machen, sondern auch in Hinblick auf ihren CO2-Fußabdruck. Während nämlich der Weg zur Arbeit und zurück mehr in die private Sphäre der Arbeitnehmer fällt und demnach deren persönlichen CO2-Fußabdruck erhöht, fallen Dienstreisen in den Bereich des Arbeitgebers.

Erstellen Unternehmen Ökobilanzen, unterteilen sie ihre Emissionen entsprechend des Greenhouse-Gas-Protocols in drei „Scopes“. Neben direkten Emissionen (z. B. Schadstoffausstoß der Stapler im Betrieb) gehören dazu auch indirekte Emissionen. In diese Bresche schlägt auch der CO2-Ausstoß von Privatpersonen im Homeoffice oder auf Dienstreisen – und wird so zur Chefsache erhoben. Arbeitgeber tun somit gut daran, das Konzept der New Work nicht nur in Hinblick auf den Umweltschutz konsequent umzusetzen, sondern die Emissionen auch durch bewusste Entscheidungen zu steuern.

Schwierigkeiten bei der Messung des CO2-Ausstoßes

Teilweise lässt sich der CO2-Ausstoß recht genau berechnen, etwa wenn es um entstehende Abgase in einem chemischen Prozess geht. Viel schwieriger ist dies jedoch, wenn man die individuellen Dienstreiserichtlinien eines Unternehmens betrachtet. Hier gilt es nämlich nicht nur, nach dem Gesichtspunkt der Schadstoffbelastung zu entscheiden – sonst würden wir alle mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Auch Faktoren wie Arbeitszeitregelungen oder ein gewisser Reisekomfort spielen hier eine Rolle.

Für Autos geben die Hersteller recht genau an, mit welchen CO2-Emissionen zu rechnen ist. Diese schwanken jedoch je nach Fahrweise. Zu Bahnfahrten werden Arbeitgeber vergeblich nach konkreten Aussagen zum Schadstoffausstoß suchen. Zwar sind hier bereits viele umweltfreundliche Technologien im Einsatz. Wie weit diese jedoch reichen, ist nach wie vor unklar. Die einst so beliebten Inlandsflüge für schnelle Geschäftstermine sind für Umweltschützer ohnehin schon lange ein rotes Tuch. Für Tagesaufenthalte an einem weiter entfernten Standort sind sie aber bislang alternativlos, lassen die Arbeitszeitgesetze doch lange Autofahrten am selben Tag, wenn dann auch noch gearbeitet werden soll, kaum zu. Die Forschung an alternativen Kraftstoffen für Flugzeugen ist aktuell noch nicht weit genug, um das Problem zu bannen.

Und dann kommt noch eine weitere Komponente zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks dazu: Sind Arbeitnehmer etwa mit dem Auto zu einem weiter entfernten Standort unterwegs, um einen Flug zu sparen, müssen sie etwa ein Hotel für eine Übernachtung in Anspruch nehmen. Dieses wiederum weist aber ebenfalls einen CO2-Ausstoß auf – und müsste demnach in die Berechnung aufgenommen werden.

Knifflige Aufgabe: Kann New Work den Karren aus dem Dreck ziehen?

Auf die Arbeitgeber kommt in den nächsten Jahren eine große Herausforderung zu: Sie stehen vor der Aufgabe, neue Arbeitsmodelle in ihren Alltag gewinnbringend zu integrieren (Stichwort: hybride Modelle), gleichzeitig jedoch auch den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren. Und ganz nebenbei zahlen sich auch die Fahrtkosten der Mitarbeiter nicht von selbst.

Aktuell erscheint die Aufgabe noch wie ein magisches Dreieck, in dem sich niemals alle Ziele gleichermaßen erreichen lassen. Eine konsequente Weiterentwicklung mobiler Arbeitsmodelle, das Hinterfragen bestehender Dienstreiserichtlinien und die Investition in umweltfreundliche Technologien sind jedoch erste Schritte in die richtige Richtung.

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