Brauchen wir wirklich New Work? – Das ist doch Quatsch und ein nerviger Hype!

Die sogenannten New Worker bringen sich ein, die Arbeit besser zu gestalten. Aber in der Wirtschaft dreht sich alles um den Kunden, Umsatz und Profit. Bringt es also etwas, die eigenen Leute im Unternehmen so in den Vordergrund zu stellen? Oder ist das sowieso nur Show nach außen im Sinne von Employer Branding?

New Work als Credo

Mittlerweile ist eine enthusiastische Bewegung entstanden und weiterhin gibt es zig Veranstaltungen und Meinungen zu diesem Thema. Vielen ist das aber längst zu viel und nervt geradezu: Unter der Fahne „New Work“ - ein Begriff, der 2004 von Frithjof Bergmann initiiert wurde - laufen Trainer, Berater, Coaches, wirkliche und selbsternannte Spezialisten und Evangelisten, aber auch Unternehmen durch die Republik. Sie alle treffen sich auf gut besuchten Veranstaltungen wie beispielsweise in der Hamburger Elbphilharmonie, auf sogenannten Open Spaces und Barcamps, und sie veröffentlichen und diskutieren ihre Meinungen lautstark in Blogs und auf allen möglichen Plattformen. Sie geben vor, Ihnen ginge es um mehr Sinn und Freude bei der Arbeit, um mehr Fairness in der Wirtschaft, um menschliche, artgerechte, erfüllende Arbeitsplätze.
Es geht also primär nicht um eine technologische, sondern um eine kulturelle Revolution?! New Work möchte

• Menschen eine berufliche Entwicklung entlang ihrer Bedürfnisse und ihrer Stärken ermöglichen
• Unternehmen an die Bedingungen einer zunehmend komplexen Arbeitswelt anpassen und
• in der Gesellschaft auf einen maßvollen Kapitalismus hinarbeiten.

Oder ist es die Verbesserung der Welt, eine Selbstdarstellung oder gar eine Wende des „Spiels“, so dass der Profit des Unternehmens eher in Richtung Belegschaft wandert? Und das im Kapitalismus in Reinform, in denen Stakeholder nicht nur das Sagen haben, sondern das Maximum aus Unternehmen erreichen möchten? In Zeiten, in denen unsere Wirtschaft seit so vielen Jahren nahezu uneingeschränkt wächst und wir in unserer Volkswirtschaft in einem unbeschreiblichen Hoch angekommen sind?

Fachkräftemangel und Arbeitnehmermarkt als Ursache?

Natürlich ist hinreichend bekannt, dass nicht nur in Metropolen wie Hamburg und München quasi Vollbeschäftigung herrscht. Die Konsequenz: Die Arbeitnehmer sind es mittlerweile sogar, die entscheiden, wo sie arbeiten möchten und vielleicht sogar die Konditionen dafür diktieren. Viele Unternehmen können ihre Vakanzen nicht besetzen – und das bereits bei Azubis, von Fachkräften wie beispielsweise Programmierern ganz zu schweigen. Da helfen selbst Hochglanz-Imagebroschüren und getunte Unternehmensprofile nicht mehr viel weiter.Kicker, Workspace, New Work

Ist daher nun die Lösung des Problems, dass sich Unternehmen gegenseitig überbieten, was sie ihren Leuten zukommen lassen? Und wird das nicht mittlerweile übertrieben? – Waren es zunächst Anteile an der bAV, zusätzliche Urlaubstage oder ein Bonus zum Sommerurlaub oder zu Weihnachten. Danach kamen kostenlose Getränke oder auch die x-te Obstkiste mit Bio-Artikeln, Handy oder Firmenwagen zur privaten Nutzung, Tischkicker oder Tischtennisplatten.

Impulse der Start-Ups kommen ins GroßunternehmenNew Work Workspace

Hilft es, denn Unternehmen über den Tellerrand hinausschauen, wie andere arbeiten? So ist es beispielsweise hipp, in Start-Ups zu arbeiten, doch die haben doch ganz andere Arbeitsbedingungen! – Das ist auch bei Großunternehmen angekommen und derartige Konzepte werden übernommen. Vielleicht gelingt es dann, einfacher zu rekrutieren? Klar, also werden Bällebad, eigenes Fitnessstudio, Mittagessen vom Sternekoch und anderes Schicki-Micki eingeführt und bereits in den Stellenanzeigen promotet. Kürzlich bot ein Hamburger Unternehmen in der Ausschreibung einen „Team-VW-Bus mit Vollausstattung“ an, „der auch für private Zwecke genutzt werden kann“.

Wie viele Start-Ups überleben die ersten fünf Jahre nicht oder dümpelt vor sich hin? – Es ist die Mehrzahl! Und von deren Mitarbeiterführung lassen sich große, etablierte Unternehmen inspirieren? Oder müssen sie den Weg mitgehen, um überhaupt noch ihre Vakanzen besetzten zu können?

Worum geht es eigentlich?

Wenn es wirklich um den Arbeitnehmer geht, stellt sich doch die Frage, ob die Vermischung von Job und Freizeit ihm tatsächlich so weiterhilft. Müssen all diese Leistungen wirklich angeboten werden? Selbstverständlich ist es die Grundlage, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordentlich zu behandeln (was auch immer das heißt), sie zu entlohnen und eine Perspektive aufzuzeigen. Das ist die Pflicht des Arbeitgebers. Im Gegensatz dazu steht aber auch eine Pflicht des Arbeitnehmers: sich bestmöglich einzubringen, damit das Unternehmen voranzubringen und erfolgreich zu machen. Nicht zuletzt damit wird der eigene Erfolg und Arbeitsplatz gesichert. Aussagen wie „heute bin ich nicht Stimmung, zu arbeiten; ich muss mich erst einmal um meine Online-Einkäufe kümmern“ passen da aber nicht dazu, werden aber so gelebt. Sowohl in der old economy wie auch im New Work brauchen wir erfolgreiche Unternehmen. Und wer versichert, dass vermeintlich attraktiver gestaltete und die zunehmen komplexere, „modernere Arbeit“ automatisch eben zu erfolgreicheren Unternehmen führt? In einigen Branchen ist es gerade zu existenzgefährdend, wenn sie „new workig“ arbeiten würden.

Ehrlicher Auftritt nach außen

Wenn wir mal ehrlich sind, so wird in allen Unternehmen „nur mit Wasser gekocht.“ Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Während des Recruitingprozesses und der Probezeit gilt es für beide Seiten, die Passung zu prüfen. Natürlich können diagnostische Test wie Persönlichkeitsverfahren dabei unterstützen, eine gute Passung zu finden. Hochglanzbroschüren, die das Unternehmen nur ins Rampenlicht stellen, aber nicht authentisch darstellen, passen also nicht mehr in die Zeit.

Trotzdem bleibt für mich das Plädoyer für die Unternehmen: Liebe Arbeitnehmer, bitte seid Euch Eurer Aufgabe im Job bewusst, krempelt die Ärmel hoch und bringt Leistung. Das hilft Euerm Unternehmen und damit Euch am besten weiter. Und genießt dann erst Eure Freizeit. Wie sagt der Volksmund so schön: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!“

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