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Corporate Benefits – Best Practices der Mitarbeiterangebote

Corporate Benefits
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Corporate Benefits – Best Practices der Mitarbeiterangebote

Betriebliche Zusatzleistungen, über das Gehalt hinaus wie Dienstwagen oder Fahrrad-Leasing, gehören heute zum guten Ton, um die Mitarbeiterbindung, die nachhaltige Mitarbeitermotivation und das Employer Branding zu stärken. Manche Unternehmen tun sich da besonders hervor, einige verfolgen besonders innovative Ansätze.

Was sind Corporate Benefits?

Geradezu legendär sind die Bonuszahlungen in der deutschen Automobilindustrie, allen voran die von Porsche. Da erhielten für 2019 wieder alle Vollzeitbeschäftigten, ob Vorstandsmitglied oder Reinigungskraft, je nach Firmenzugehörigkeit laut manager magazin eine Sonderzahlung von bis zu 9.700 Euro. Für 2020 waren es trotz Kurzarbeitergeld immerhin noch 7.850 Euro. Obwohl es so wie Weihnachts- und Urlaubsgeld vielfach Gehaltsbestandteil ist, fallen solche Bonuszahlungen natürlich auch unter betriebliche Zusatzleistungen, sogenannten Corporate Benefits. Häufig auch als Mitarbeiterangebote, Mitarbeitervorteile oder Mitarbeiterbenefits bezeichnet, sie dienen der langfristigen Mitarbeiterzufriedenheit und langfristigen Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation. Insbesondere die Mobilität ist dabei ein ganz wichtiges Zugpferd geworden:

Mobilität: Dienstwagen & Co.

Einer der beliebtesten Klassiker ist immer noch der Dienstwagen, den BMW zum Beispiel Angestellten ab einer bestimmten Hierarchieebene ein Leben lang zur Verfügung stellt. Das Firmenhandy oder -Notebook hat in Corona-Zeiten an Statussymbol verloren, da es in den pandemiebedingten Arbeitsmodellen bei jedem Mitarbeitenden unabdingbar ist. Ein Auto gilt bei vielen Unternehmen aber noch als wichtiges Incentive. Der Firmenwagen ist auch Gehaltsbestandteil, aber als geldwerter Vorteil zu versteuern, weshalb manche auch lieber darauf verzichten – oder aufs Firmenfahrrad umsteigen. Das dürfen sie anders als das Firmenauto sogar zu 100 Prozent privat nutzen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Bei einem Rad zum Preis von 1.000 Euro fallen als geldwerter Vorteil nur 10 Euro an.
Bei teureren Rädern und gerade auch bei E-Bikes wird das Firmenleasing als Alternative immer beliebter. Ein Anbieter rechnet hier vor, dass für ein Markenmodell mit einer monatlichen Leasingrate von 69 Euro inklusiver Versicherung und einem Bruttogehalt von 4.000 Euro (Steuerklasse 1 ohne Kirchensteuer) per Gehaltsumwandlung netto fast genauso viel herauskommen wie ohne das Leasingangebot.

In Sachen Mobilität ist die Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel immer noch ein sehr beliebter Corporate Benefit. Wer bei der Deutschen Bahn oder bei der Lufthansa arbeitet, braucht sich um zusätzliche Kosten für Ticketpreise beispielsweise keine Sorgen zu machen. Viele Unternehmen bieten bezuschusste Monatstickets für den ÖPNV an.

Stichworte rund um Zusatzleistungen:

  • Gehaltsbestandteil ist alles, was nicht zur Grundvergütung von Arbeitnehmenden gehört. An der Spitze sind hier Boni und Prämien, vermögenswirksame Leistungen (VwL) sind laut Spiegel mit bis zu 40 Euro monatlich anrechenbar. Die bAV müssen Arbeitgebende mit 15 Prozent bezuschussen, gesundheitsförderliche Maßnahmen können sie mit bis zu 500 Euro im Monat bezuschussen.
  • Geldwerter Vorteil sind Sachleistungen wie Firmenwagen, IT-Ausstattung und kostenlose Mittagessen, die Lohnabhängige zusätzlich zum Gehalt bekommen. Diese sind monatlich mit bis zu 44 Euro steuerfrei.
  • Freibeträge sind zum Mitarbeiterrabatte und bis zu einer Obergrenze von 1.080 Euro pro Jahr von Abgaben befreit. Arbeitgebende können aber darauf bestehen, dass Bonusmeilen für Flugreisen nur beruflich genutzt werden dürfen.
  • Entgelt- oder Gehaltsumwandlung ist vor allem für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) relevant und war da laut Finanztip 2019 zum Beispiel mit monatlich bis zu 268 Euro gefördert und 536 Euro steuerbefreit. Die Gehaltsumwandlung kann aber auch bei der Nutzung von Firmenwagen, Fahrrädern und Technik greifen.

Aktien, bAV und Zusatzversicherungen

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala sind auch weiterhin Kredite und Aktienprogramme. Viele große Unternehmen punkten bei ihren Mitarbeitenden auch mit eigenen Betriebskrankenkassen oder Zusatzversicherungen, wie sie etwa die Allianz bietet und die Versicherte oft mit den „Privaten“ gleichstellen. Die Allianz, Talanx mit HDI und Co. sind auch sehr großzügig, was ihre eigenen Angestellten angeht.

Während sich viele Sparmodelle wegen der stark gesunkenen Zinsen kaum noch rechnen, ist die betriebliche Altersversorgung (bAV), weil als wichtige Säule staatlich bezuschusst, immer mehr im Kommen. Die Münchener Rück (Munich Reist dahingehend laut VersicherungsJournal.de besonders großzügig und zeigt sich auch sonst den Mitarbeitenden gegenüber von der Schokoladenseite. Dazu gehören kostenlose Mittagessen, flexible Arbeitszeiten, großzügige Angebote, was Teilzeit und Sabbaticals sowie die Rückkehr von Müttern oder Vätern nach der Elternzeit angeht sowie eine betriebsnahe Kinderbetreuung.

Es muss ja nicht wie bei der Munich Re eine zweisprachige Kita sein, aber gerade in Zeiten von Homeoffice und Remote Schooling werden Angebote, die die Privat- und Arbeitswelt besser kombinieren als Benefit immer wichtiger. Große Unternehmen haben hier natürlich mehr Möglichkeiten als kleine, aber je nach Branche ist das mitunter auch eine Frage des Wollens. Der Zuschuss zur Kinderbetreuung ist übrigens je nach Stadt oder Kommune mit bis zu 500 Euro frei von Steuern und Sozialabgaben. Manche Großunternehmen wie Bayer und Deloitte haben sogar einen eigenen Kinderservice. Bei Microsoft erhalten Eltern bei der Geburt eines Kindes oder der Adoption sechs Wochen Sonderurlaub, bei vollen Bezügen. Betriebskindergärten unterhalten unter anderem Bosch, Daimler, EON und VW sowie der Outdoor-Ausrüster VAUDE.

„Freibier“ und Prepaid-Karten

Beliebte andere Zusatzleistungen sind freie Getränke oder zumindest Zuschüsse zu Essen und Trinken während der Mittagzeit, mit bis zu 6,40 Euro pro Tag ist das sogar steuerfrei. Zuschüsse fürs Fitnessstudio sind bis einer Gesamtobergrenze von 44 Euro (ab 2022 50 Euro) pro Monat ebenfalls steuerfrei. Die Obergrenze gilt auch für steuerfreie Sachbezüge wie Prepaid-Kreditkarten. Das Modell ist politisch umstritten und war laut Finance FWD auch schon fast vor dem Aus. Aber allein Spendit, einer der größten Anbieter, hat mit 5.500 Firmenkunden rund 100.000 dieser Karten ausgegeben, darunter viele an Angestellte von Rewe und Lufthansa. Apropos Prepaid-Karten: Arbeitgebende können dem Staufenbiel Institut zufolge pro Beschäftigte und Jahr bis zu 10.000 Euro auf so eine Karte einzahlen. Diese muss zwar einmalig mit 30 Prozent versteuert werden, es fallen aber geringere Sozialleistungen an. Deloitte soll das im großen Stil nutzen und offeriert den Angestellten unter anderem auch eine Gruppenunfallversicherung.

Fort- und Weiterbildung

Schulungen & Trainings werden je nach Inhalt und beruflicher Perspektive auch immer beliebter, bei Arbeitnehmenden genauso wie bei Arbeitgebenden. Bei Letzteren vor allem, wenn sie davon profitieren. Der Trend zu digitalen Weiterbildungen, wie sie die rexx Suite vollumfänglich unterstützt, hat sich in der Coronakrise noch verstärkt, wird aber nach Einschätzung vieler Experten anhalten. Für Unternehmen beziehungsweise die HR besteht aber auch die Möglichkeit, externe Fort- und Weiterbildungsangebote finanziell zu unterstützen, und das weitgehend sogar abschlagsfrei. Manche Unternehmen schicken Fach- und Führungskräfte so wie die Nürnberger Teambank sogar auf weltweite Forschungs- oder Studienreisen, was nach Corona sicherlich wieder an Fahrt aufnehmen wird. PricewaterhouseCoopers (PwC) unterstützt die Rückzahlung der Studienkredite der Beschäftigten mit bis zu 1.200 Euro im Jahr, und das weltweit.

Rabatte und Vergünstigungen

Dieser Punkt ist im Zusammenhang mit stark vergünstigten Flügen für Lufthansa-Beschäftigte schon zur Sprache gekommen. Wer bei Haribo arbeitet, kann kostenlos die neuesten Süßigkeiten naschen und erhält ein Rabatt von 25 Prozent aus dem gesamten restlichen Sortiment, IKEA-Angestellte bekommen alle Produkte um 15 Prozent vergünstigt, bei Henkel bekommt die Beschäftigten alle Wasch- und Putzmittel sogar umsonst.

Bei allem gilt, dass Arbeitgebende und Arbeitnehmende alle Belege sammeln, um alle steuerrechtlichen Vorteile ausschöpfen zu können. Corporate Benefits sind für rund zwei Drittel aller Unternehmen aber auch wichtig für das Employer Branding und als Anreize für das Recruiting sowie die Mitarbeiterbindung. Und die ist oft nicht mit Geld zu bezahlen.

In Zeiten von Fachkräftemangel rückt das Employer Branding immer stärker in den Vordergrund, auch die Anforderungen der Mitarbeitenden steigen ständig und erhöhen den Druck auf Arbeitgebende. Damit auch KMUs an Top-Arbeitskräfte herankommen, sollten auch sie ein positives Image aufbauen und entsprechende Anreize bieten. Für kleinere Unternehmen bietet sich eine Chance individuell auf die potenziellen Leistungsträger einzugehen und an ihre Bedürfnisse zugeschnittene Corporate Benefits zu bieten. So könnten sie sogar die Konzerne übertrumpfen. Dabei gilt das Motto, je außergewöhnlicher, desto besser – sollte aber selbstredend zu den jeweiligen Arbeitnehmenden passen. Egal ob, Deskbikes wie bei der Telekom oder Achtsamkeitsseminare wie bei SAP. Das spricht sich nicht nur rum, sondern beweist echte Wertschätzung statt leerer Worthülsen. Das sorgt nicht nur für mehr Bewerbungen, sondern auch für mehr passende Bewerber und verstärkt das Empfehlungsmarketing.

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